Gütersloh. . Die WG hat die Wohnung als beliebteste Wohnform unter Studenten abgelöst. Jeder dritte Student wohnt einer Umfrage zufolge mit anderen zusammen.

Knapp ein Drittel der Studenten in Deutschland wohnt einer Studie zufolge in einer Wohngemeinschaft. Damit hat die WG die private Studentenwohnung als häufigste Wohnform abgelöst, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Mittwoch in Gütersloh mitteilte. Im Vergleich zu 2003 stieg die WG-Quote um rund neun Prozentpunkte auf nun 30,8 Prozent. In gleichem Maße ging der Anteil an Privatwohnungen zurück.

Urteil zu Mieterwechseln in WGs

In Wohngemeinschaften kommt es vor, dass Mieter wechseln. Vermieter müssen dem Wechsel in der Regel auch zustimmen. Ihre Zustimmung dürfen sie nicht ohne weiteres an zusätzliche Bedingungen knüpfen, wie ein Urteil des Amtsgerichts Gießen zeigt (Az.: 48 C 295/17). Lehnt der Vermieter den Wechsel plötzlich einfach ab, kann er sich sogar schadenersatzpflichtig machen, berichtet die Zeitschrift «Wohnungswirtschaft und Mietrecht» (11/2018) des Deutschen Mieterbundes.

Gab vor 15 Jahren noch jeder dritte Befragte (35,8 Prozent) an, allein oder mit dem Partner in einer Mietwohnung zu leben, war es 2018 noch ein Viertel (26,9 Prozent). Für die Studie wurden Befragungen von rund 150.000 Studierenden im Rahmen des jährlichen CHE-Hochschulrankings zum Thema ausgewertet.

In Witten gibt’s besonders viele Studenten-WGs

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es die meisten Studierenden-WG demnach in Friedrichshafen am Bodensee. Die Kreisstadt kommt auf eine Wohngemeinschaftsquote von 58,7 Prozent. Von den größeren Städten sind Karlsruhe mit 47,9 Prozent und Witten im Ruhrgebiet (47,1 Prozent) unter den oberen Zehn. In der Bundeshauptstadt Berlin stieg der Zahl der WG-Bewohner seit 2003 von 20 auf 30,6 Prozent.

Wer nicht im „Hotel Mama“ wohnen bleiben will, muss sich auf Wohnungssuche begeben.
Wer nicht im „Hotel Mama“ wohnen bleiben will, muss sich auf Wohnungssuche begeben. © dpa

Weiterhin beliebt ist demnach die Variante „Hotel Mama“: So stieg der Anteil der Studentinnen und Studenten, die noch zu Hause bei ihren Eltern leben, seit 2003 von 22,4 auf 25,2 Prozent. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge vor allem um Studierende, die nicht direkt am Hochschulort, aber vergleichsweise nah davon entfernt wohnen (62,6 Prozent).

Weniger Studierende in Wohnheimen

Die Städte Brühl bei Köln und Wetzlar bei Frankfurt am Main weisen hier auf lokaler Ebene Quoten von mehr als 65 Prozent der Fälle auf. Am Hochschulort selbst wohnen bundesweit nur rund acht Prozent der Studierenden noch bei ihren Eltern, dafür 41 Prozent in einer WG.

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Ein allgemeiner Rückgang ist bei der Nutzung von Studentenwohnheimen zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2003 sank die Quote um acht Prozentpunkte auf 13,9 Prozent im Jahr 2018. Sehr gering ist der Anteil derjenigen, die in Eigentumswohnungen (2018: 1,7 Prozent) oder zur Untermiete (1,5 Prozent) wohnen.

„Der Ausbau an Wohnheimplätzen und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum hat mit dem Anstieg der Studierendenzahlen in den letzten Jahren offenbar nicht Schritt gehalten“, sagte Studienautor Cort-Denis Hachmeister zum Trend des gemeinsamen Wohnens in WG oder Familie. Auch das gesunkene Alter der Abiturienten durch das G8-Gymnasium könne ein Grund sein, warum junge Leute „Hotel Mama“ gegenüber dem eigenständigen Wohnen bevorzugen. (epd)